Fragen und Antworten

Je nach geografischer Lage, Einwohnerzahl und Infrastruktur ist es notwendig, unterschiedlich ausgestattete Feuerwehr-Standorte vorzuhalten. Dabei unterscheidet man in Feuerwehren mit Grundausstattung, Feuerwehren als Stützpunkt und Feuerwehren als Schwerpunkt. Aus dieser Unterteilung ergibt sich dann auch die Art und Anzahl der am Standort vorzuhaltenden Feuerwehrfahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und die Mindestanzahl an Mitgliedern der jeweiligen Feuerwehr.

Nach dem Notruf werden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr von Ihrer jeweiligen Rettungsleitstelle per Funkmeldeempfänger, kurz FME oder auch Pieper, und/oder – sofern noch vorhanden – Sirene über einen neuen Einsatz informiert. Die so verständigten Kameraden versuchen dann schnellstmöglich zu Ihrem Feuerwehrhaus zu gelangen und rücken dann von dort zum Einsatz aus.

Berufsfeuerwehren in Deutschland werden vor allem in großen Städten unterhalten. Hierfür steht rund um die Uhr Personal an einer Feuerwache für Einsätze bereit. Dieses Personal übt den Hauptberuf des Feuerwehrmannes bzw. der Feuerwehrfrau aus und erhält ein entsprechendes Gehalt dafür. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr müssen bei einer Alarmierung zunächst von Ihrem aktuellen Aufenthaltsort (z.B. Wohnung, Arbeitsstelle usw.) zu Ihrem Feuerwehrhaus gelangen, um dann von dort aus zum Einsatz ausrücken zu können. Sie halten sich also nicht permanent im oder am Feuerwehrhaus auf. Ihr Einsatz erfolgt ehrenamtlich.

Aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland erhalten für Ihren Einsatz keine Bezahlung. Sie leisten Ihren Dienst ehrenamtlich und unentgeltlich. Kameraden, welche eine besondere Funktion / Aufgabe (z.B. Stadtbrandmeister, Ortsbrandmeister, Gerätewart usw.) innerhalb der Feuerwehr ausüben erhalten allerdings, je nach Regelung, eine geringe Aufwandsentschädigung für Ihre Tätigkeit.

Eine Überprüfung der in Privathaushalten in fast ganz Deutschland vorgeschriebenen Rauchmelder findet durch die Freiwillige Feuerwehr nicht statt! Weder angekündigte noch unangekündigte Kontrollen werden von unseren Kameraden durchgeführt. Es gibt in Deutschland derzeit kein Gesetz, welches eine solche Kontrolle vorschreibt! Sollten sich Dritte Ihnen gegenüber als Mitglieder der Feuerwehr ausgeben und Ihre Rauchmelder überprüfen wollen, so sollten Sie diese Personen unter keinen Umständen den Zutritt zu Ihrem Haus gewähren und sofort die Polizei verständigen.

Bei der Feuerwehr können sich Frauen und Männer ehrenamtlich engagieren. Derzeit sind in der Einsatzabteilung (nur) 12 Prozent Frauen vertreten. In der Nachwuchsarbeit der Kinder- und Jugendfeuerwehr ist der Mädchenanteil deutlich höher. Das zunehmende Engagement der Frauen ist erwünscht.

Für dein Engagement spielt es keine Rolle aus welchem Kulturkreis du kommst und welche Staatsbürgerschaft du besitzt. Deine Staatsbürgerschaft spielt nur für die Berufsfeuerwehr eine Rolle, da diese Feuerwehrleute als Beamte ausbilden. Du kannst Deine Freiwillige Feuerwehr bereichern, indem du dein kulturelles Wissen und zusätzliche Sprachkenntnisse mit einbringst. Dein Engagement trägt zur gesellschaftlichen Integration bei und ist sehr willkommen.

Zur Vielfalt bei der Feuerwehr gehören auch Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie sind willkommen und finden Möglichkeiten sich einzubringen.

Es ist nie zu spät sich bei der Feuerwehr zu engagieren, allerdings ist nicht mit jedem Alter jede Tätigkeit möglich. Für die Aufgaben Brandschutz und Hilfeleistung sind die Mitglieder der Einsatzabteilung zuständig. Zusätzlich gibt es die Ehren- und Musikabteilungen, die keinen Altersgrenzen unterliegen.

Gestartet werden kann in der Kinderfeuerwehr mit 6 Jahren. Die Kinderfeuerwehr endet in der Regel mit 10 Jahren, spätestens mit dem 12. Geburtstag. Die Jugendfeuerwehr beginnt frühestens mit 10 Jahren und endet mit dem Übergang zur Einsatzabteilung; spätestens mit dem 18. Geburtstag.

Für die Einsatzabteilung gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Spätestens vorbei ist der Einsatzdienst mit dem 63. Geburtstag. Für den Einsatzdienst muss eine gesundheitliche Eignung vorliegen und der Wohnsitz muss in der entsprechenden Gemeinde liegen.

Allerdings ist mit dem 63. Geburtstag die Mitgliedschaft bei der Feuerwehr noch nicht vorbei. Es gibt eine Altersabteilung in der die „Feuerwehrleute im Ruhestand“ organisiert sind.

Die Altersangaben sind im niedersächsischen Brandschutzgesetz geregelt. Das Brandschutzgesetz wird derzeit überarbeitet und geplant sind Altersanpassungen bei dem Ausscheiden aus der Jugendfeuerwehr und dem Einsatzdienst.

In Niedersachsen gibt es drei Arten von Feuerwehren: Freiwillige
Feuerwehren, Berufsfeuerwehren und Werkfeuerwehren. Werkfeuerwehren werden
von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen aufgestellt, die erhöhte
Brand- oder sonstige Gefahren aufweisen. Sie sind primär für ihr
Betriebsgelände zuständig. Städte und Gemeinden haben leistungsfähige
Feuerwehren aufzustellen. Beim Großteil der Feuerwehren in Niedersachsen
handelt es sich um Freiwillige Feuerwehren. In diesen nehmen Bürgerinnen und
Bürger die Aufgaben der Feuerwehr ehrenamtlich wahr. In elf größeren Städten
Niedersachsens gibt es zusätzlich Berufsfeuerwehren, in denen die Aufgaben der Feuerwehr durch hauptberufliches Personal wahrgenommen werden.

Retten

 

Von der Rettung bei Bränden, Unwettern, Verkehrsunfällen bis hin zur Rettung von eingebrochenen Personen aus vereisten Gewässern – die wichtigste Aufgabe der Feuerwehr ist die Rettung von Menschen und Tieren aus Zwangslagen. Die Feuerwehren in Niedersachsen sind gut ausgebildet und ausgerüstet um jederzeit ihr Bestes zu geben, um Mensch und Tier zu helfen.

 

Löschen

 

Brände löschen ist die ureigenste Aufgabe der Feuerwehren und auch heute noch ein Thema, wenn auch mit weitaus mehr Löschmitteln als Wasser. Im Jahr 2011 haben die Feuerwehren in Niedersachsen über 23.000 Brände aller Größenordnungen gelöscht, egal ob beim Papierkorbbrand oder beim Brand der Industrieanlage, die Feuerwehr war vor Ort und hat die Gefahr bekämpft.

 

Bergen

 

Ein weiterer vielschichtiger Schwerpunkt der Feuerwehren ist die Bergung von Sachwerten. Dabei ist beispielsweise an die Ladung verunfallter Fahrzeuge oder verschüttete Güter zu denken. Von Unwettern umgestürzte Bäume und Strommasten gehören ebenso in diesen Bereich wie versenkte Fahrzeuge.

 

Schützen

 

Die Feuerwehr wird nicht nur aktiv bei abwehrenden Maßnahmen wie dem Hochwasserschutz, sie ist auch im vorbeugenden Bereich eingebunden und versucht im Vorfeld zu verhindern, dass Gefahren entstehen. Beispielsweise klärt sie Kinder über den Umgang mit Feuer auf und hält Sicherheitswachen bei großen Veranstaltungen wie Konzerten.

Freiwillige Feuerwehren treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Dienst. Im Rahmen dessen findet die Aus- und Weiterbildung statt. Inhalte sind dabei Fahrzeug-, Geräte- und Ortskunde. Darüber hinaus gestalten Sie aktiv das Leben ihrer Gemeinde mit.

Brandschutzaufklärung

Kinder erleben Feuerwehrleute. Foto © Philipp Schulze / Feuerwehr Ebstorf

Freiwillige Feuerwehren engagieren sich in ihren Gemeinden indem sie in Schulen über Brandschutz aufklären; die so genannte Brandschutzerziehung.

Die Feuerwehren sind aktiv in der Information von Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Fragen des Brandschutzes, der sogenannten Brandschutzaufklärung. Sie informieren die Presse über ihre Einsätze.

Weitere Öffentlichkeitsarbeit findet über verschiedene Medien wie Internetseiten und soziale Medien wie facebook und youtube statt.

 

Aktiv Gemeindeleben gestalten

Die Ortsfeuerwehren gestalten mit Festen das Gemeindeleben aktiv mit.

Die Freiwilligen Feuerwehren gestalten aktiv das Gemeindeleben mit. Mit ihrem Musikzug begleiten Freiwillige Feuerwehrmänner und -frauen Feste und Umzüge.

Feuerwehren nehmen an Sportveranstaltungen, Dorffesten und anderen Veranstaltungen teil oder organisieren selbst Feste; z.B. Maifeste oder Ferienpass-Aktionen für Kinder.

Ökologische Themen werden ebenfalls aufgegriffen: z.B. Nistkastenbau, Entkuseln von Heideflächen oder Sammeln von Altpapier.